Risikomanagement
Grundsätze der Risikopolitik und der Risikoorganisation
Die Bank Cler ist aufgrund ihrer strategischen Ausrichtung, ihrer Geschäftsaktivitäten sowie der Einbindung in den Konzern BKB mit einer Vielzahl von Risiken konfrontiert. Ein aktives Management dieser Risiken ist daher für die Bank Cler von zentraler Bedeutung.
Als oberstes Aufsichtsorgan des Konzerns BKB ist der Bankrat der Basler Kantonalbank in regulatorischer Hinsicht dafür zuständig, dass die Finanzgruppe die mit ihrer Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken angemessen erfasst, begrenzt und überwacht sowie die Liquiditäts-, Eigenmittel- und Risikoverteilungsvorschriften einhält. In der Bank Cler kommt diese Aufgabe dem Verwaltungsrat als oberstem Aufsichtsorgan zu. Er wird dabei vom Prüfungs- und Risikoausschuss (PARA) unterstützt, welchem die entsprechenden Verantwortlichkeiten und Kompetenzen übertragen sind. Der PARA stellt zudem die Abstimmung mit dem Konzern-Risikoausschuss der Basler Kantonalbank sicher.
Zur Sicherstellung eines gruppenweiten Risikomanagements haben der Bankrat der Basler Kantonalbank und der Verwaltungsrat der Bank Cler gemeinsam das Reglement Risikomanagement (Konzern und Konzernfinanzgesellschaften) erlassen. Dieses regelt die Grundsätze der Risikoorganisation sowie die Methoden und Prozesse zur Festlegung von Risikosteuerungsmassnahmen. Zudem dient es der Identifikation, Messung, Bewirtschaftung, Überwachung und Berichterstattung von Risiken auf Stufe Konzern BKB und in den Konzernfinanzgesellschaften. Das Reglement wird mindestens jährlich durch den Konzern-Risikoausschuss beurteilt. Etwaige Änderungen sind dem Bankrat der Basler Kantonalbank sowie dem Verwaltungsrat der Bank Cler zur Genehmigung zu beantragen. Das zum 31.12.2025 gültige Reglement wurde am 28.1.2025 vom Bankrat für den Konzern BKB und das Stammhaus der Basler Kantonalbank sowie am 11.12.2024 vom Verwaltungsrat für die Bank Cler erlassen.
Die quantitativen und qualitativen Überlegungen hinsichtlich der wesentlichen Risiken, welche der Konzern BKB bzw. die Konzernfinanzgesellschaften zur Erreichung der strategischen Geschäftsziele und unter Berücksichtigung der Kapital- und Liquiditätsplanung einzugehen bereit sind, werden als Risikotoleranz definiert. Sie werden jeweils in einer Risikotoleranz-Vorgabe für den Konzern BKB sowie für die beiden Konzernfinanzgesellschaften festgehalten. Die für das Geschäftsjahr 2025 geltenden Risikotoleranz-Vorgaben für die Bank Cler wurden vom Verwaltungsrat am 11.12.2024 verabschiedet.
Die Bank Cler unterhält ein den gesetzlichen, regulatorischen und internen Vorschriften entsprechendes sowie nachvollziehbar dokumentiertes internes Kontrollsystem (IKS). Dieses richtet sich nach dem Three-Lines-of-Defense-Modell mit folgenden voneinander unabhängigen Kontrollinstanzen bzw. -stufen:
Line of Defense | Kontrollinstanzen | |
|---|---|---|
1st Line of Defense | Ertragsorientierte Geschäftseinheiten und operative Risikokomitees | |
2nd Line of Defense | Risikokontrolle und Compliance-Funktion | |
3rd Line of Defense | Konzerninspektorat (interne Revision) |
Das (IKS) ist so ausgestaltet, dass es sowohl den Anforderungen des institutsweiten als auch des gruppenweiten Risikomanagements genügt. Funktionen, die im Konzern BKB zentral verortet sind, werden hinreichend in das IKS der Konzernfinanzgesellschaft integriert, für welche diese Funktionen erbracht werden.
Die Geschäftsleitung ist verantwortlich für die Umsetzung der risikopolitischen Vorgaben des Verwaltungsrats und entwickelt geeignete Prozesse zur Identifikation, Messung, Bewertung, Beurteilung und Kontrolle der von der Bank Cler eingegangenen Risiken. Für die Aufsicht über die Bewirtschaftung der Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und operationellen Risiken bildet sie operative Risikokomitees. In diesen können auch Personen Einsitz nehmen, die nicht Mitglieder der Geschäftsleitung sind:
Risikokomitee | Funktion | |
|---|---|---|
Kreditkomitee | Das Kreditkomitee ist für Kreditentscheide, soweit sie gemäss Reglement Kreditkompetenzen in seine Kompetenz fallen, zuständig und beaufsichtigt das Kreditgeschäft insbesondere hinsichtlich einzelner Transaktionen und Gruppen verbundener Gegenparteien. Zudem erteilt es Kreditkompetenzen an die Mitarbeitenden der Bank (Ad-personam-Kompetenzen). Den Vorsitz hat die Bereichsleitung Finanzen und Risiko der Bank Cler. Weitere stimmberechtigte Mitglieder sind die Bereichsleitung Vertrieb und die Leitung Credit Office (Chief Credit Officer). | |
Asset & Liability Committee (ALCO) | Das ALCO ist insbesondere für die Steuerung der Marktrisiken im Bankenbuch, die Bewirtschaftung des Bilanzstrukturportfolios, die Steuerung der Liquiditätsrisiken, die Steuerung der Kreditportfoliorisiken und der Länderrisiken sowie die Überwachung der Eigenmittelposition der Gesamtbank zuständig. Hierfür kann das ALCO im Rahmen der vom Verwaltungsrat vorgegebenen Risikotoleranz-Vorgaben zusätzliche Risikolimiten, Schwellenwerte und Zielgrössen definieren. Den Vorsitz hat die Bereichsleitung Finanzen und Risiko der Bank Cler. Weitere stimmberechtigte Mitglieder sind der CEO und die Bereichsleitung Marktmanagement. | |
Sicherheits-Komitee | Das Sicherheits-Komitee ist insbesondere mit der Überwachung und der Steuerung der Sicherheits-, Cyber- und Business-Continuity-Risiken im Konzern mit Wirkung auf beide Konzernfinanzgesellschaften und im Hinblick auf die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen sowie der konzern- und bankinternen Vorgaben betraut. Den Vorsitz hat die Bereichsleitung Finanzen und Risiko der Basler Kantonalbank. Weitere stimmberechtigte Mitglieder sind die Bereichsleitung Finanzen und Risiko der Bank Cler sowie die Bereichsleitungen der Konzernfunktionen Legal und Compliance und Service Center der Basler Kantonalbank. |
Die Aufsicht über die Bewirtschaftung der übrigen Risiken, insbesondere der operationellen Risiken sowie der Rechts- und Compliance-Risiken, nimmt die Geschäftsleitung als Gesamtgremium wahr. Auf Stufe Konzern BKB bereitet das Risk-Management-Komitee (RMK) die Geschäfte des Konzern-Risikoausschusses vor und überwacht die Risiken im Konzern BKB. Das RMK setzt sich aus Vertretern beider Konzernfinanzgesellschaften zusammen. Den Vorsitz hat die Bereichsleitung Finanzen und Risiko der Basler Kantonalbank, die gleichzeitig die Rolle als Chief Financial Officer (CFO) für die Basler Kantonalbank und den Konzern BKB wahrnimmt.
Über die Einhaltung der Risikolimiten und Schwellenwerte wird mittels Finanz- und Risiko-Reporting monatlich (Top-Management-Übersicht) bzw. vierteljährlich (ausführliches Reporting) an die Geschäftsleitung, den PARA und den Verwaltungsrat der Bank Cler sowie an die Konzernleitung berichtet. Der PARA der Bank Cler nimmt regelmässig vertiefte Reportings zum Kreditportfolio, zur Marktrisiko-, zur Liquiditäts- und Eigenmittelsituation, zum operationellen Risiko sowie situativ Berichte über spezielle Vorkommnisse mit Auswirkungen auf die Risikolage der Bank Cler entgegen. Der PARA berichtet dem Verwaltungsrat regelmässig, mindestens einmal pro Quartal, über seine Erkenntnisse. Bei einer wesentlichen Änderung des Risikoprofils informiert er umgehend den Verwaltungsrat sowie den Konzern-Prüfungsausschuss und den Konzern-Risikoausschuss. Damit unterstützt der PARA den Verwaltungsrat bei der Wahrnehmung seiner Pflicht zur Oberaufsicht über die Geschäftstätigkeit der Bank Cler. In diesem Zusammenhang nimmt der Verwaltungsrat jährlich eine Risikobeurteilung gemäss Art. 961c OR vor. Für das Geschäftsjahr 2025 fand diese Risikobeurteilung am 21.8.2025 statt.
Einteilung der Risiken
Risiken können auf zwei Ebenen Auswirkungen auf den Konzern bzw. die Konzernfinanzgesellschaften haben: Einerseits können sie zu finanziellen Verlusten führen (finanzielle Risiken), andererseits können sie den «guten Ruf» schädigen (Reputationsrisiken).
Die Realisierung von Reputationsrisiken kann kurzfristig zu massiven Eingriffen durch Regulatoren und andere Behörden im In- und Ausland führen. Mittel- bis langfristig kann sie zudem einen erheblichen Abgang von Kundinnen und Kunden verursachen. Solche Risiken lassen sich jedoch – im Unterschied zu den finanziellen Risiken – nicht quantifizieren und folglich auch nicht über Risikolimiten steuern. Ihnen wird deshalb bei sämtlichen Aktivitäten angemessen Rechnung getragen und durch geeignete Vorkehrungen entgegengewirkt.
Grundlegend für die Kategorisierung der finanziellen Risiken ist die Unterscheidung zwischen Primärrisiken, operationellen Risiken und strategischen Risiken. Der erste Schwerpunkt des Risikomanagements liegt auf den Primärrisiken. Dabei handelt es sich um diejenigen Risiken, die im Rahmen der Geschäftstätigkeit bewusst eingegangen und aktiv bewirtschaftet werden, um die mit ihnen verbundenen Ertragspotenziale auszuschöpfen. Sie umfassen das Kredit-, das Markt-, und das Liquiditätsrisiko. Der zweite Schwerpunkt des Risikomanagements betrifft die operationellen Risiken, die als Folge der Geschäftstätigkeit entstehen. Zu den operationellen Risiken gehören insbesondere auch Rechtsrisiken, Compliance-Risiken sowie die Sicherheitsrisiken (u.a. Cyber-Risiken).
Das strategische Risiko hat zwei Ausprägungen:
- Umfeldrisiken sind Risiken einer nachteiligen Geschäftsentwicklung infolge grundsätzlicher Geschäftsentscheide. Sie können sich aus einer unpassenden strategischen Positionierung ergeben, beispielsweise im Zusammenhang mit politischen Veränderungen, makroökonomischen Entwicklungen, gesellschaftlichen Entwicklungen, technologischem Wandel, Umweltveränderungen oder rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen.
- Umsetzungsrisiken bezeichnen die Gesamtheit der aus der Strategie entstehenden Folgerisiken (Primärrisiken und operationelle Risiken, nicht zutreffende Annahmen) sowie Risiken aus einer mangelhaften Strategieumsetzung.
Die strategischen Risiken fallen in die Kompetenz der jeweiligen Oberleitungsorgane der beiden Konzernfinanzgesellschaften. Sie werden im Strategieprozess berücksichtigt, der von den Geschäftsleitungen und der Konzernleitung durchgeführt wird. Die Resultate dieses Prozesses werden vom jeweiligen Oberleitungsorgan genehmigt.
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko ist das Verlustrisiko infolge einer vorübergehenden oder dauernden Zahlungsunfähigkeit bzw. Zahlungsunwilligkeit einer Schuldnerin oder eines Schuldners, einer Gegenpartei oder eines Emittenten. Es entsteht der Bank bei sämtlichen Geschäften, bei denen Zahlungsverpflichtungen Dritter gegenüber der Bank Cler bestehen (bilanziell und ausserbilanziell, Geld- und Verpflichtungskredite, Settlementrisiken bei Devisentransaktionen usw.).
Als Risikomass für das Kreditportfolio wird der Expected Shortfall verwendet. Für die Teilportfolios Kunden und Banken bestehen vom Verwaltungsrat festgelegte und in der Risikotoleranz-Vorgabe der Bank Cler verankerte Schwellenwerte und Risikolimiten. Deren Einhaltung wird durch die Abteilung Risikokontrolle überwacht.
Die Verantwortung für das Management der Ausfallrisiken liegt im Bereich Finanzen und Risiko. Der spezialisierten Abteilung Credit Office, welche direkt der Bereichsleitung Finanzen und Risiko unterstellt ist, kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Sie ist für die Kreditrisikoeinstufung und die Ratingmethodik verantwortlich. Ausleihungen an Kundinnen und Kunden unterliegen strengen internen Qualitätsanforderungen und Risikostandards. Verluste infolge der Zahlungsunfähigkeit von Schuldnerinnen und Schuldnern werden durch ein aktives Kreditrisikomanagement minimiert, das insbesondere Risikoerkennung, -analyse, -überwachung und -steuerung umfasst. Durch die gesamtschweizerische Allokation der Neugeschäfte sowie die ausgewogene Gewichtung unterschiedlicher Teilmarktsegmente im Rahmen einer aktiven Portfoliosteuerung wird zudem eine Risikodiversifizierung im Kreditportfolio angestrebt.
Darüber hinaus regelt das Reglement Kreditkompetenzen die stufen- und kompetenzgerechte Behandlung jedes einzelnen Kreditantrags. Ab einem bestimmten Kreditvolumen werden die Anträge zentral durch die Fachspezialistinnen und -spezialisten der Abteilung Credit Office beurteilt und entschieden oder dem Kreditkomitee zur Bewilligung vorgelegt. Über Organkredite entscheidet der PARA. Das gesamte Kreditgeschäft ist durch ein umfangreiches Weisungswesen geregelt und wird über standardisierte Prozesse abgewickelt und überwacht.
Zur Messung der eingegangenen Kreditrisiken wird für alle Kreditkundinnen und -kunden systematisch ein Kundenrating ermittelt, das eine Zuweisung zu einer Risikoklasse ermöglicht. Die Einteilung der Gegenparteien im Kreditgeschäft in Risikoklassen erfolgt konzernweit nach einheitlichen Regeln. Soweit verfügbar, finden externe Ratings anerkannter Ratingagenturen Anwendung. Wenn kein externes Rating vorliegt, wird anhand standardisierter Modelle ein internes Rating ermittelt.
Bei Geschäfts- sowie Immobilienkundinnen und -kunden verwendet die Bank Cler die Ratingmodule der RSN Risk Solution Network AG. Im Geschäft mit Privatkundinnen und -kunden sowie bei Lombardkrediten werden bankeigene Scoringmodelle zur Ermittlung des Ratings eingesetzt.
Die Bewertung von Immobilien im Hypothekargeschäft erfolgt mit branchenüblichen Bewertungsmodellen der Wüest Partner AG. Selbst genutztes Wohneigentum wird anhand hedonischer Modelle bewertet, Renditeliegenschaften auf Basis von Ertragswerten mittels Kapitalisierungsmodellen. Gewerbe- und Spezialobjekte werden durch die Expertinnen und Experten der Immobilienfachstelle anhand von Modellen oder mittels Expertenschätzungen bewertet.
Im Interbankengeschäft sowie für Länder werden Bonitätsratings der von der FINMA zugelassenen Ratingagenturen verwendet. Bankenpositionen unterliegen einer täglichen Überwachung der Einhaltung von bewilligten Limiten. Die Überwachung der Länderlimiten erfolgt monatlich. Deren Beanspruchung resultiert grösstenteils aus dem Interbankengeschäft sowie den Obligationenbeständen in den Finanzanlagen.
Risikopositionen werden zentral durch die Fachspezialistinnen und -spezialisten der Konzerneinheit Credit Recovery bearbeitet und überwacht. Dabei wird zwischen Watchlist-Positionen und Recovery-Positionen unterschieden. Watchlist-Positionen weisen ein erhöhtes Ausfallrisiko auf, jedoch noch keine Anzeichen für eine Gefährdung der Forderung. Recovery-Positionen gelten hingegen als gefährdete Positionen, für die eine Strategie festgelegt wird (Upgrade, Sanierung, Halten, Ausstieg, Liquidation). Unter Berücksichtigung der vorhandenen Sicherheiten wird zudem ein Wertberichtigungs- bzw. Rückstellungsbedarf identifiziert und erfasst. Auf allen anderen Kreditpositionen (inkl. Watchlist-Positionen) bildet die Bank Cler Wertberichtigungen und Rückstellungen für inhärente Ausfallrisiken, um einer angemessenen Risikovorsorge auf Portfolioebene Rechnung zu tragen. Für weitere Ausführungen zur Bemessung des Wertberichtigungs- und Rückstellungsbedarfs wird auf die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sowie auf die angewandten Methoden zur Identifikation von Ausfallrisiken und zur Festlegung des Wertberichtigungsbedarfs verwiesen.
Marktrisiko
Unter Marktrisiko wird das Risiko von Verlusten verstanden, die durch Veränderungen makroökonomischer Variablen wie Zinssätze sowie von Währungs- und Aktienkursen entstehen. Zur Steuerung der Marktrisiken wird das Portfolio der Bank Cler in die zwei Teilportfolios Bilanzstrukturportfolio und Handelsbuch aufgeteilt und vom Verwaltungsrat mittels Risikotoleranz-Vorgaben limitiert.
Die Bank Cler verwendet zur Messung des Marktrisikos im Bilanzstrukturportfolio und im Handelsbuch den Value-at-Risk-Ansatz. Der Value at Risk (VaR) stellt den geschätzten Verlust eines Risikoportfolios dar, der mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (Konfidenzintervall) für eine vorgegebene Haltedauer nicht überschritten wird. Das dem Marktrisiko ausgesetzte Bilanzstrukturportfolio wird periodischen Stresstests unterzogen, um die möglichen Auswirkungen verschiedener negativer Marktentwicklungen auf den Erfolg der Bank Cler abschätzen zu können.
Das Marktrisiko wird durch die Abteilung Risikokontrolle überwacht. Diese rapportiert direkt an die Bereichsleitung Finanzen und Risiko. Der Verwaltungsrat wird im Rahmen des monatlichen bzw. vierteljährlichen Finanz- und Risiko-Reportings über die Marktrisikosituation in beiden Portfolios informiert.
Bilanzstrukturportfolio
Das Bilanzstrukturportfolio enthält alle Zinsrisikopositionen des Bankenbuchs, einschliesslich des Eigenkapitals. Aufgrund seines erheblichen Volumens ist es beträchtlichen Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Diese Risiken werden vom Verwaltungsrat durch in der Risikotoleranz-Vorgabe der Bank Cler dokumentierte Schwellenwerte und Risikolimiten begrenzt.
Die Steuerung dieser Risiken erfolgt durch das Asset & Liability Committee (ALCO). Dieses trägt die Erfolgsverantwortung für das Zinsänderungsrisiko im Bilanzstrukturportfolio. Das ALCO hat die operative Steuerung des Bilanzstrukturportfolios an die Abteilung Treasury und Risk Management der Basler Kantonalbank delegiert und dieser zu diesem Zweck entsprechende Kompetenzen übertragen. Es nimmt wöchentlich bzw. monatlich die Berichte der Risikokontrolle entgegen und definiert zu Steuerungszwecken eigene Schwellenwerte und Risikolimiten.
Einen Überblick über das im Bilanzstrukturportfolio per 31.12.2025 (mit einem Vergleich zum Vorjahr) bestehende Zinsrisiko-Exposure gibt die folgende Tabelle:
Zinsänderungsrisiken Bilanzstrukturportfolio
31.12.2025 | 31.12.2024 | |||
|---|---|---|---|---|
Sensitivität in CHF bei +1 Basispunkt | 61 999 | –25 373 | ||
VaR in Mio. CHF | 9,7 | 18,2 | ||
Stresstest Barwert in %1) | 9,7 | 10,2 |
1)Marktwertveränderung des Eigenkapitals bei einem parallelen Zins-Shift von 150 Basispunkten (in Anlehnung an Basel III).
Handelsbuch
Die Bank Cler geht im Handelsbuch keine materiellen Marktrisiken ein und verzichtet aus strategischen Gründen auf einen Eigenhandel. Das Handelsgeschäft beschränkt sich daher auf die Abwicklung von Kundengeschäften. Mit der operativen Abwicklung des Handelsgeschäfts wurde die Abteilung Handel der Basler Kantonalbank beauftragt.
Liquiditätsrisiko
Die Bank Cler unterscheidet drei Ausprägungen des Liquiditätsrisikos: das Zahlungsunfähigkeitsrisiko, das Refinanzierungsspreadrisiko und das Marktliquiditätsrisiko. Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko bezeichnet das Risiko, dass die Bank nicht in der Lage ist, ihren fällig werdenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dabei umfassen die Zahlungsverpflichtungen sowohl erwartete als auch unerwartete Zahlungsströme sowie den Sicherheitsbedarf. Das Refinanzierungsspreadrisiko beschreibt das Risiko, dass die Profitabilität der Bank gefährdet wird, weil sich die Bank nur zu höheren Sätzen refinanzieren und/oder überschüssige Liquidität nur zu geringeren Sätzen anlegen kann. Das Marktliquiditätsrisiko schliesslich beinhaltet das Risiko, dass Aktiven gar nicht oder nur zu ungünstigen Konditionen am Markt veräussert werden können.
Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko ist die wichtigste der drei Ausprägungen des Liquiditätsrisikos und steht daher im Zentrum des Liquiditätsrisikomanagements. Zur Begrenzung des Liquiditätsrisikos hat der Verwaltungsrat strategische Risikotoleranz-Vorgaben in Form von Schwellenwerten und Risikolimiten erlassen. Die Steuerung dieser Risiken erfolgt durch das ALCO. Es nimmt wöchentlich bzw. monatlich die Berichte der Risikokontrolle entgegen und definiert zu Steuerungszwecken weitere operative Schwellenwerte, Risikolimiten sowie Frühwarnindikatoren. Das ALCO hat die operative Steuerung der Liquiditätsrisiken an die Abteilung Treasury und Risk Management der Basler Kantonalbank delegiert und dieser zu diesem Zweck entsprechende Kompetenzen übertragen.
Die unabhängige Überwachung der Risikolimiten, Schwellenwerte und Frühwarnindikatoren erfolgt durch die Abteilung Risikokontrolle. Die Abteilung Gesamtbanksteuerung der Basler Kantonalbank überwacht die Einhaltung der regulatorischen Liquiditätskennzahlen und plant die Liquiditätsvorsorge sowie die Finanzierungsstruktur für die Planperioden der Mittelfristplanung. Neben der Rapportierung der aktuellen Liquiditätsreserven und der internen Liquiditätslimiten wird die Liquiditätsreserve anhand festgelegter Mindestfinanzierungsverhältnisse beurteilt. Oberstes Ziel sind die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit sowie die Einhaltung der gesetzlichen Liquiditätsanforderungen.
Im Falle einer Limitenüberschreitung kommt das von der Bank Cler erlassene Notfallkonzept zur Anwendung. Dieses definiert Gegenmassnahmen, die in Liquiditätsstressszenarien ergriffen werden können, um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit der Bank Cler zu gewährleisten. Darüber hinaus legt es Rollen, Verantwortlichkeiten und Prozesse für einen Liquiditätsnotfall fest.
Operationelles Risiko
Operationelle Risiken bezeichnen die Gefahr von Schäden, die infolge der Unangemessenheit bzw. des Versagens interner Verfahren, von Menschen, Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Rechts- und Compliance-Risiken sind darin eingeschlossen.
Unter finanziellen Verlusten aus operationellen Risiken versteht die Bank Cler auch das Risiko von Ertragsausfällen infolge von Geschäftsunterbrüchen und Systemausfällen sowie aus Ausfällen von Outsourcing-Partnern.
Für Sicherheitsrisiken und Risiken aus Geschäftsunterbrüchen und Systemausfällen werden zusätzlich potenzielle Reputationsschäden systematisch eingeschätzt.
Für ein effektives Management teilt die Bank Cler die operationellen Risiken auf oberster Ebene in folgende Risikotypen ein:
- Operationelle Risiken im engeren Sinne;
- Compliance-Risiken;
- Sicherheitsrisiken.
Jedem Risikotyp sind auf der zweiten Ebene verschiedene Risikogruppen zugeordnet, die wiederum auf der dritten Ebene aus mehreren Einzelrisiken bestehen können. Die Bank Cler verwendet hierfür branchenübliche Taxonomien.
Für die drei genannten Risikotypen definiert der Verwaltungsrat Risikotoleranz-Vorgaben mit Schwellenwerten und Risikolimiten zur Begrenzung der inhärenten und residualen Risiken.
Die Bank Cler betreibt ein systematisches und konzernweit abgestimmtes Management operationeller Risiken. Dieses stellt sicher, dass operationelle Risiken im gesamten Konzern einheitlich identifiziert, bewertet, erfasst, bewirtschaftet sowie in ihrer Entwicklung überwacht und gesteuert werden können.
Die Identifikation der operationellen Risiken erfolgt mithilfe eines strukturierten Top-down-Assessments anhand qualitativer Beurteilungskriterien auf Ebene Einzelrisiko.
Des Weiteren führt die Bank Cler eine Verlustdatenbank, in der entstandene operationellen Verlustfälle gesammelt, historisiert und ausgewertet werden. Zur Entwicklung interner Szenarien und als Grundlage für die weitere Risikoidentifikation werden zudem externe Verlustdaten aus öffentlich zugänglichen Quellen gesammelt und analysiert.
Die Bewirtschaftung der operationellen Risiken liegt bei der Geschäftsleitung. Sie legt die Ausgestaltung der Aufgaben und Befugnisse auf den nachgelagerten Stufen fest, sorgt für ein angemessenes Kontrollsystem und implementiert geeignete Risikominderungs- und Risikotransferstrategien. Für wesentliche inhärente operationelle Risiken definiert sie situativ ergänzende Massnahmen und stellt deren Umsetzung sicher. Die operative Verantwortung für das Management der operationellen Risiken liegt bei den einzelnen Geschäftsbereichen. Die Abteilung Risikokontrolle koordiniert als zentrale Einheit die Prozesse, die das Management der operationellen Risiken unterstützen. Darüber hinaus stellt sie ein laufendes Monitoring des operationellen Risikoprofils und eine stufengerechte Berichterstattung im Rahmen des vierteljährlichen Finanz- und Risikoreportings an die Geschäftsleitung, den PARA und den Verwaltungsrat sicher. Zusätzlich werden jährlich ein umfassendes OpRisk-Reporting und ein umfassendes Compliance-Reporting zuhanden der Geschäftsleitung und des PARA der Bank Cler erstellt.
Nachhaltigkeitsrisiken
Unter Nachhaltigkeitsrisiken werden Ereignisse in den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung verstanden, deren Eintreten zu finanziellen Verlusten oder Reputationsschäden führen kann. Von besonderer Relevanz sind die finanziellen Klimarisiken. Diese werden in Transitionsrisiken (Risiken im Zusammenhang mit der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft) und physische Risiken (Risiken im Zusammenhang mit Extremwetterereignissen sowie langfristigen Veränderungen klimatischer und ökologischer Bedingungen) unterteilt.
Im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit besteht zudem das Risiko von sogenanntem Greenwashing. Dieses kann eintreten, wenn gesetzliche Vorgaben, Selbstregulierungen und Best Practices im Bereich Sustainable Finance (z.B. ESG-Anlagen oder nachhaltige Finanzierungen) nicht, falsch oder irreführend umgesetzt werden.
Nachhaltigkeitsrisiken werden nicht als eigene Risikoart definiert. Sie stellen vielmehr Treiber bestehender Risikoarten dar und werden entsprechend ins Management der einzelnen Risikoarten integriert.
Der Konzern BKB berichtet über qualitative und quantitative Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen der Konzernberichterstattung. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung erfolgt gemäss den Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI).
Die Treibhausgasemissionen, die mit dem Kreditgeschäft (Kredite an Firmenkunden und Hypotheken) einhergehen (finanzierte Emissionen), werden seit 2023 im Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns gemäss dem Standard der Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF) offengelegt. Der Konzern orientiert sich bei der Offenlegung klimabezogener Finanzrisiken an den Vorgaben der Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD). Für weiterführende Ausführungen wird auf den Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns BKB verwiesen.