Geschäftsentwicklung
Finanzielle Kennzahlen – Strategieperiode 2022–2025
Die Messgrössen für den finanziellen Erfolg der Strategieumsetzung sollten bis Ende Jahr 2025 folgende Zielwerte erreicht haben:
- Die Kosteneffizienz (Cost-Income-Ratio) soll maximal 55,0% und die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity) mindestens 6,0% betragen.
- Die finanzielle Stabilität soll mit einer Gesamtkapitalquote von über 17,0% und einer Finanzierungsquote (Net Stable Funding Ratio) von über 110,0% sichergestellt werden.
- Das Kapital soll risikogerecht und effizient eingesetzt und eine Kapitaleffizienz (Risk-Weighted Assets-Effizienz) von mindestens 1,25% erreicht werden.
In der Strategieperiode haben sich die strategischen Kennzahlen wie folgt entwickelt:
Messgrösse | 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2025 (Zielwert) | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Kosteneffizienz (Cost-Income-Ratio) | in % | 59,6 | 63,6 | 59,9 | 61,5 | < 55,0 | ||||||
Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity) | in % | 5,6 | 4,8 | 5,8 | 5,6 | > 6,0 | ||||||
Gesamtkapitalquote | in % | 19,1 | 18,7 | 18,3 | 18,4 | > 17,0 | ||||||
Finanzierungsquote (Net Stable Funding Ratio) | in % | 129,7 | 131,0 | 126,3 | 132,3 | > 110,0 | ||||||
Kapitaleffizienz (RWA-Effizienz) | in % | 1,39 | 1,13 | 1,28 | 1,22 | > 1,25 |
Die Kennzahlen zur Stabilität zeigen eine hohe Beständigkeit über den strategischen Zielwerten während der Berichtsperiode. Aus diesem Grund wurde die Additional-Tier-1-Anleihe im November 2025 zum erstmöglichen Zeitpunkt zurückbezahlt. Gleichzeitig weisen die Kennzahlen zur Rentabilität und Effizienz, nach tieferen Werten im Vorjahr infolge der starken Veränderung von Zinsniveau und Zinsstruktur im Jahr 2025 wieder einen positiven Trend hin zu den strategischen Zielwerten auf.
Vermögens- und Finanzlage
Bilanzsumme
Die Bilanzsumme der Bank Cler reduziert sich per 31.12.2025 auf 19,6 Mrd. CHF (–1,0%). Die Abnahme ist im Wesentlichen auf das Bilanzmanagement sowie die Entwicklung des Leitzinses der Schweizerischen Nationalbank zurückzuführen.
Die Bewirtschaftung der Bilanzstruktur, in deren Zentrum die Sicherstellung einer langfristig stabilen Refinanzierung sowie die weitere Erhöhung der Rentabilität im Zinsdifferenzgeschäft stehen, sowie die Reduktion des Leitzinses von 0,5% auf 0,0% im 1. Halbjahr 2025 und die daraus resultierende tiefere Verzinsung von Passivprodukten führten zu einer Abnahme bei den Kundenausleihungen um 0,5 Mrd. CHF (–2,8%) während sich die Kundeneinlagen um 0,2 Mrd. CHF (–2,0%) und die Anleihen und Pfandbriefdarlehen um 0,3 Mrd. CHF (–5,8%) reduziert haben.
Durch die Steigerung der Bodensatzprodukte als Teil der Kundeneinlagen sowie die Zeichnung zusätzlicher Pfandbriefdarlehen konnte die Bilanzstruktur weiter gestärkt und ein deutlich höheres Zinsergebnis erzielt werden.
Kundenausleihungen
Während die Hypotheken bei den Privatkunden ausgebaut werden konnten (+2,9%), fand bei den Immobilienkunden ein selektiver Abbau von nicht strategiekonformen Finanzierungen statt. Im Geschäftsjahr 2025 führt dies zu einer Reduktion der Hypothekarforderungen um 0,5 Mrd. CHF (–2,8%).
Aufgrund des weiterhin tiefen bzw. im Juni 2025 bei 0,0% fixierten SNB-Leitzinses ist der Anteil an Festhypotheken (83,6%) weiterhin dominierend, gefolgt von SARON-Hypotheken (14,8%) und variablen Hypotheken (1,6%).
Die Bank Cler hält weiterhin an den seit vielen Jahren unverändert geltenden strengen Kreditvergaberichtlinien mit angemessenen Belehnungsstandards und Amortisationspflichten sowie soliden Tragbarkeitsansprüchen fest.
Dadurch verfügt die Bank Cler über ein qualitativ einwandfreies und geografisch diversifiziertes Hypothekarportfolio. Dank einer erfolgreichen Bewirtschaftung des Kreditportfolios konnten im Geschäftsjahr 2025 Wertberichtigungen für Ausfallrisiken in Höhe von 4,5 Mio. CHF aufgelöst werden.
Auf dem Kundenausleihungsvolumen von 16,7 Mrd. CHF bestehen Wertberichtigungen für Ausfallrisiken in Höhe von 36,0 Mio. CHF, was einer tiefen Quote von 0,2% entspricht. Dieser Betrag beinhaltet die Wertberichtigungen für inhärente Ausfallrisiken in Höhe von 15,5 Mio. CHF.
Kundeneinlagen und Kundenvermögen
Am 31.12.2025 verwaltet die Bank Cler Kundenvermögen in Höhe von 16,8 Mrd. CHF (+1,2%). So zeigen die Kundenvermögen bestehend aus Kundeneinlagen und Depotwerten sowohl im Geschäft mit Privatkunden (+3,5%) als auch in jenem mit Immobilienkunden (+5,5%) eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr.
Aufgrund der Bewirtschaftung der Bilanzstruktur und der damit verbundenen Optimierung der Refinanzierungsinstrumente werden kurzfristige Einlagen (v.a. Festgelder) und Anleihen (v.a. Privatplatzierungen) gegenüber institutionellen Gegenparteien reduziert und durch langfristige Kundeneinlagen und Pfandbriefdarlehen ersetzt. Die Reduktion der kurzfristigen Einlagen trägt wesentlich zur Abnahme der Kundeneinlagen um 0,2 Mrd. CHF (–2,0%) bei.
Eigenkapital
Per 31.12.2025 betragen die ausgewiesenen eigenen Mittel der Bank Cler (nach Gewinnverwendung) 1,4 Mrd. CHF. Sie setzen sich aus dem Aktienkapital von 337,5 Mio. CHF, der Kapitalreserve von 60,5 Mio. CHF, den Gewinnreserven von 457,4 Mio. CHF (Summe aus der gesetzlichen Reserve, der freiwilligen Reserve und dem Gewinnvortrag) sowie den Reserven für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 580,2 Mio. CHF zusammen. Das Eigenkapital per Bilanzstichtag sowie die Kapitalveränderung im Berichtsjahr 2025 können dem Nachweis des Eigenkapitals entnommen werden.
Das operative Ergebnis erlaubt der Bank Cler eine weitere Stärkung der Kapitalbasis um 50,1 Mio. CHF (+3,5%). Nach Rückzahlung der Additional-Tier-1-Anleihe verfügt die Bank Cler weiterhin über eine Gesamtkapitalquote, die mit 19,1% deutlich über dem strategischen Zielwert von 17,0% liegt, den die Bank für die Strategieperiode 2022–2025 definiert hat. Auch die regulatorische Eigenmittelzielgrösse von 13,9% wird deutlich übertroffen. Durch die Erhöhung der Innenfinanzierung während der Strategieperiode kann die Rückzahlung vollständig durch das höhere und stabile Kernkapital (CET1) kompensiert werden. Der Vorschlag des Verwaltungsrats an die Generalversammlung zur Gewinnverwendung sieht die Ausrichtung einer im Vergleich zu den Vorjahren unveränderten Dividende in Höhe von 1.80 CHF pro Namenaktie vor.
Geschäftserfolg
Geschäftsertrag
Der Geschäftsertrag liegt mit 264,8 Mio. CHF um 17,0 Mio. CHF (+6,9%) über dem Wert des Vorjahres.
Insbesondere der Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft fällt mit 206,2 Mio. CHF rund 17,1 Mio. CHF (+9,0%) höher aus als im Vorjahr. Damit erzielt die Bank ein ausserordentlich gutes Zinsergebnis. Dies ist vor allem auf die klare Positionierung im Hypotheken- und Einlagengeschäft sowie die vorausschauende Steuerung der Bilanzstruktur zurückzuführen. So konnte die Bank Cler den Rückgang beim Zins- und Diskontertrag von 278,7 Mio. CHF (–16,4%) mittels eines tieferen Zinsaufwands von 79,2 Mio. CHF (–46,1%) kompensieren. Der tiefere Zinsaufwand ist das Ergebnis eines optimierten Einsatzes von Refinanzierungsinstrumenten.
Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft ist mit 45,3 Mio. CHF um 0,5 Mio. CHF (+1,2%) höher als im Vorjahr. Der Kommissionsertrag aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft verzeichnet eine Zunahme um 2,0 Mio. CHF (+5,4%) auf 39,3 Mio. CHF. Die Kompetenz der Bank im Anlagegeschäft bleibt weiterhin stark nachgefragt. So verzeichnete die Bank beim Abschluss neuer Vermögensverwaltungsmandate (+33,1%) sowie bei Investitionen in die Anlagelösung Bank Cler (+4,8%) hohe Wachstumsraten. Der Kommissionsertrag aus dem übrigen Dienstleistungsgeschäft liegt mit 11,6 Mio. CHF rund 1,3 Mio. CHF (–10,0%) unter dem Vorjahr. Kundinnen und Kunden profitieren seit 2025 von einem kostenlosen Basisangebot bestehend aus einem Privatkonto und einer Visa- Debitkarte, was zu tieferen Gebühreneinnahmen führt.
Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft, der sich im Wesentlichen aus dem Devisengeschäft der Kundinnen und Kunden ergibt, liegt mit 8,5 Mio. CHF um 0,3 Mio. CHF (+4,1%) über dem Ergebnis des Vorjahres.
Der übrige ordentliche Erfolg liegt mit 4,7 Mio. CHF um 0,9 Mio. CHF (–16,0%) unter dem Vorjahr. Die Abnahme ist insbesondere auf einen Einmaleffekt infolge der Veräusserung von Finanzanlagen im Vorjahr zurückzuführen.
Geschäftsaufwand
Der Geschäftsaufwand hat sich im Geschäftsjahr 2025 um 2,0 Mio. CHF (–1,3%) auf 155,2 Mio. CHF reduziert.
Der Personalaufwand fällt mit 53,3 Mio. CHF um 1,1 Mio. CHF (–2,1%) leicht tiefer aus als im Vorjahr. Dies liegt insbesondere an einem im Jahresdurchschnitt leicht tieferen Personalbestand.
Der Sachaufwand liegt mit 101,9 Mio. CHF rund 0,9 Mio. CHF (–0,8%) unter dem Wert des Vorjahres. So konnte die Bank Cler im Abschlussjahr der Strategieperiode 2022–2025 diverse Projektvorhaben abschliessen, wodurch sich die Ausgaben für externe Beratungsdienstleistungen reduziert haben. Gleichzeitig bewirkten neu eingeführte Angebote und Dienstleistungen, wie beispielsweise die bankeigene TWINT App, zu Mehraufwendungen. Zudem wurde weiter in die nachhaltige Infrastruktur, wie die Geschäftsstelle Zürich Urania und die Informationssicherheit (Cybersecurity) investiert. Dies sowie Ersatzinvestitionen führten im Berichtsjahr 2025 zu höheren Abschreibungen auf den Sachanlagen von 11,6 Mio. CHF (+14,8%).
Rückstellungen und übrige Wertberichtigungen sowie Verluste musste die Bank Cler im Berichtsjahr 2025 in Höhe von 1,6 Mio. CHF verbuchen. Mit Rückstellungen in Höhe von 7,2 Mio. CHF (–16,4%) per 31.12.2025 werden insbesondere Ausfallrisiken aus dem Kreditgeschäft sowie rechtliche Risiken aus dem Bankgeschäft adressiert.
Geschäftserfolg und Jahresgewinn
Der Geschäftserfolg als massgebliche Kenngrösse für die operative Leistung der Bank liegt mit 96,4 Mio. CHF (+21,3%) deutlich über dem Wert des Vorjahres. Dies ermöglicht eine Zuweisung in die Reserven für allgemeine Bankrisiken von 36,5 Mio. CHF. Dadurch wird die Kapitalbasis weiter gestärkt, die Sicherheit und Stabilität der Bank Cler erhöht und das Fundament für die strategischen Wachstumsambitionen gelegt.
Der Jahresgewinn liegt mit 44,0 Mio. CHF rund 0,4 Mio. CHF (+0,8%) über dem Vorjahr.
Ausblick
Die Bank Cler rechnet für 2026 mit einem anhaltend anspruchsvollen und von geopolitischen und ökonomischen Unsicherheiten geprägten Umfeld.
In Erwartung weiterhin tiefer Leitzinsen für das Jahr 2026 geht die Bank Cler von einem stabilen Zinsergebnis und einem etwas höheren Ergebnisbeitrag aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft aus.
Die Bank Cler wird weiterhin in ihre Mitarbeitenden sowie in eine bedürfnisorientierte Beratung, positive Kundenerlebnisse und Self-service-Funktionalitäten sowie eine sichere und zukunftsfähige IT-Infrastruktur investieren. Mit der Lancierung von Zak Invest im Januar 2026 und den Eröffnungen der Geschäftsstellen in Zürich Urania (Sanierung) und Thun (Umzug) im ersten Halbjahr 2026 werden die ersten wichtigen Meilensteine der neuen Strategieperiode 2026–2029 erreicht.
Im Ergebnis rechnet die Bank Cler mit einem Geschäftserfolg und Gewinn auf Vorjahresniveau.